13 Highlight-Erlebnisse für einen Lissabon-Besuch Das sollten Sie in der bezaubernden Stadt am Tejo erleben


Was sollte man unbedingt erlebt haben, wenn man Lissabon besucht? Natürlich ist bei jedem Besucher die Interessenlage anders. Deswegen haben wir Nina befragt. Nina ist Portugiesin, studierte Historikerin, kennt die Geschichte Portugals aus dem FF und natürlich auch das schöne Lissabon. Darüberhinaus spricht sie hervorragend Deutsch, denn sie hat viele Jahre in Deutschland gelebt. Und Nina ist Reise-Guide. Sie zeigt Portugal-Besuchern u. a. die bekannten und unbekannte Highlights dieser Stadt mit dem besonderen Licht.

Hier ist ihre Hitliste:

1. Pastéis de Belem

Pastel de Nata ist ein Blätterteigtörtchen mit Pudding. Das Rezept sollen die Mönche des nahgelegenen Klosters Mosteiro dos Jerónimos (Hieronymus-Kloster) in Belém erfunden haben. In Bayern gibt es beispielsweise Bierhallen und hier gibt es die Entsprechung „Café-Hallen“.

Rue de Belém 84-92
http://pasteisdebelem.pt/ (auch in englischer Sprache)

2. Calçada Portuguesa / „Portugiesischer Gehweg“

Weniger spektakulär als die allgegenwärtigen schönen Fliesen Azulejos, aber genauso sehenswert – oder noch schöner – sind die mit kleinen Steinen sorgfältig gepflasterten und oft mit interessanten Mustern versehenen Gehwege. Die Pflastermosaike aus weißen und schwarzen bzw. dunkelblauen Steinen werden zu unterschiedlichsten Motiven zusammengesetzt. Die weißen Steine sind aus Kalkstein, die dunklen Gegenstücke aus vulkanischem Basalt. Die so genannten „Calceteiros“ schaffen die Kunstwerke in mühsamer Kleinarbeit. Selbst den meisten Portugiesen ist nicht bekannt, dass viele diese Ornamente das Zeichen ihres Schöpfers enthalten. Die traditionellen Handwerksbetriebe fügen in die Pflastermosaike ihr nur wenige Zentimeter großes Signet – beispielsweise einen Stierkopf oder einen Baum – ein. Also es lohnt sich die Mosaike mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

3. Azulejos

Überall in Portugal stößt man auf die Azulejos, auf bemalte und glasierte Keramikplatten, oder eben einfach Fliesen. Sie gibt es an historischen Orten wie Palästen, Kirchen, Klöstern oder Friedhöfen. Sie werden aber heute noch verbaut: in Rathäusern, U-Bahnstationen, Markthallen, Bahnhöfen oder Parkanlagen und auch in privaten Neubauten.

4. Mosteiro dos Jerónimos / Hieronymitenkloster

Ein sehr imposantes spätgotisches Bauwerk in Stadteil Belém, das von Manuel I. in Auftrag gegegeben wurde, nachdem der große portugiesische Entdecker Vasco von seiner ersten Indienreise zurückgekehrt war. In dem Kloster sind viele Sarkophage bedeutender Portugiesen untergebracht. Unter anderem von den Dichtern Luís de Camões und Fernando Pessoa sowie von Vasca da Gama.

http://www.mosteirojeronimos.gov.pt/en/ (auch in eglischer Sprache)

5. Die alten Straßenbahnen der Linien 12,18, 25 und 28 / Elétrico

Eigentlich sollten sie aus dem Straßenbild verschwinden, diese alten Straßenbahnen, bestehend aus nur einem Triebwagen. Sie sind ineffizient und reparaturanfällig, aber sie sind die Lieblinge der Touristen. Zur touristischen Hochsaison ist es schon kompliziert, einen Fensterplatz zu ergattern.

6. Elevador de Santa Justa

Grandioser 45 Meter hoher Vertikallift (übrigens der einzige Vertikalaufzug in Lissabon), der im Stadtzentrum von Lissabon den Stadtteil Baixa mit dem höher gelegenen Stadtbezirk Chiado verbindet. Ganz oben befindet sich eine Terrasse mit einem hervorragenden Rundumblick.

Rua Áurea, Chiado

Öffnungszeiten:
7 bis 23 Uhr, sonntags und Feiertagen: 9 bis 23 Uhr

7. Bahnhof Lissabon Rossio / Estação de Caminhos de Ferro do Rossio

Manche bezeichnen ihn als schönsten Bahnhof der Welt. Der palastartige Kopfbahnhof wurde aufwendig saniert. Am Bahnhof halten Vorortzüge, außerden gibt es dort jetzt zusätzlich Restaurants und Büros.

Rua 1 de Dezembro, Baixa

8. Torre de Belém

Der Torre de Belém ist Weltkurlturerbe und eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Er diente früher als Leuchtturm, aber auch als Befestigungsanlage gegen feindliche Schiffe. Neben dem Mosteiro dos Jerónimus (siehe 4.) gehört er zu den wenigen Bauwerken des sogenannten manuelinischen Stils, die heute noch erhalten sind. Viele Gebäude wurden damals beim großen Erdbeben im Jahre 1755 zerstört. Bis ins 19. Jahrhundert diente das Bauwerk auch als Gefängns.
Es lohnt sich ein Aufstieg zum Obergeschoss des Turmes. Die Belohnung ist eine eindrucksvolle Aussicht über die weite Flussmündung und den Westteil von Lissabon.

Avenida Brasilia, Belém
http://www.torrebelem.gov.pt/en/ (auch in englischer Sprache)


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9. Praça de Touros do Campo Pequeno / Stierkampfarena am kleinen Platz

Nichts für Tierschützer, auch Portugal pflegt noch den Stierkampf. Inzwischen ist die Stierkampfarena zu einer multifunktionalen, überdachten Veranstaltungshalle umgebaut worden, aber immer noch sehenswert. Seit dem Umbau befindet sich dort das Einkaufszentrum Centro Comercial do Campo Pequeno. Die Veranstaltungsfläche in der Mitte bietet etwa 10.000 Besuchern Platz. Im Sommer finden dort Stierkämpfe statt und im Winter Veranstaltungen wie Konzerte.

Avenida Novas
http://www.campopequeno.com/ (in portugiesischer Sprache)

10. Castelo de São Jorge / Burg São Jorge

Die Burg São Jorge auf dem höchsten Hügel von Lissabon zählt zu den bemerkenswertesten Bauwerken der Stadt. Die älteste bekannte Festungsanlage Lissabons stammt aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. Es wurden sogar Überreste aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. gefunden. Die bei Ausgrabungsarbeiten entdeckten Spuren aus der Zeit der Phönizier, Griechen, Kartager, Römer und Mauren belegen, dass der Ort seit uralten Zeiten ständig besiedelt war.
Die Burganlage ist bei den Bewohnern der umliegenden Stadtviertel als Freizeit- und Erholungsgelände sehr beliebt. Die Aussicht auf die Stadt und den Tejo ist einzigartig.
Im Innern der Burgmauern erwarten den Besucher das Museum und der Turm des Ulisses.

Rua de Santa Cruz

Öffnungszeiten:
1. November – 28. Februar | 9:00 – 18:00 Uhr
(Geschlossen – 24., 25. und 31. Dezember und 1. Januar)
1. März – 31. Oktober | 9:00 – 21:00 Uhr
(Geschlossen – 1. Mai)
Tickets: 8,50€. Es gibt Ermäßigungstrarife.
http://castelodesaojorge.pt/de/ (in deutscher Sprache)

11. Estação do Oriente, auch Gare do Oriente / Ostbahnhof

Der Bahnhof Oriente in Lissabons Osten wurde zunächst als Knotenpunkt während der Expo’98 konzipiert. Jedoch mit der längerfristigen Zielsetzung, ihn zur wichtigsten Schnittstelle des städtischen Verkehrs mit U-Bahn-Station, Bahnhof, Busterminal und Parkplatz auszubauen. Mit dem Bahnhof schuf der spanische Architekt Calatrava einen Bau, der trotz seiner Größe Eleganz und Leichtigkeit ausstrahlt. Einige sehen in der Konstruktion einen Wald aus metallenen Bäumen, andere fühlen sich an die Säulen und Bögen einer gotischen Kathedrale erinnert.

Edifício Gare do Oriente, Piso 1 – Av. D. João II
https://www.cp.pt/passageiros/en/train-times/Stations/lisboa-oriente-station (in englischer Sprache)

12. Oceanário de Lisboa / Ozenarium

Das Ozeanarium bietet 15.000 Tieren und Pflanzen von über 450 Arten einen Lebensraum. In 30 Tanks, die über 7000 Kubikmeter Salzwasser aufnehmen, sind verschiedenen Ökosysteme der Ozeane eindrucksvoll nachgebildet. Das Ozeaneum von Lissabon beherbergt das größte Indoor-Aquarium Europas. Es werden auch Übernachtungsprogramme im Ozenarium für Familen angeboten.

Esplanada D. Carlos I – Doca dos Olivais – Parque das Nações

Öffnungszeiten:
10 bis 20 Uhr, Winter bis 19 Uhr
Tickets 18€, es gibt Ermäßigungstarife
https://www.oceanario.pt/en/ (in englischer Sprache)

13. Praça do Comércio / Platz des Handels

Einer der schönsten Plätze Europas, der zum Süden hin an der gewaltigen Flussmündung des Tejo offen ist, und sicher der bedeutendste Platz in Lissabon. Daneben gibt es noch den Rossio und den Praça da Figueira als große Plätze.

Im Zentrum des geometrischen Platzes befindet sich eine zum Fluss gewandte Statue, die König D. José I. auf seinem Pferd Gentil zeigt. Den Platz kann man gut vom Triumphbogen, dem Arco da Rua Augusta, überblicken. Der kostenpflichtige Eintritt für den Triumphbogen hält sich in Grenzen.

Titelfoto / Steht nicht auf Ninas Liste, aber für Lissabon sehr markant: Denkmal der Entdeckungen, Padrão dos Descobrimentos / Foto: Ingo Paszkowsky

 

Nina ist Historikerin und kennt die schönsten Orte in ihrer Stadt Lissabon. Diese zeigt Sie Ihnen gerne – Kontakt: lissabon-guide@ola-portugal.net

 

Eigentlich fehlt in der Liste noch der Fado. In Lissabon gibt es natürlich einige Restaurants und andere Lokalitäten, wo Sie Fado-Darbeitungen lauschen können. Vor Jahren war in mal in einem kleinen Restaurant, da überraschte uns der Wirt mit Fado. IP