Verkostung: Portugals kulinarische Schätze zu Gast in Berlin Bei der freien Verkostung in der Marheineke Markthalle können Kunden feine Weine, Wurst und Käse und viele andere Delikatessen aus handwerklicher Erzeugung genießen

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Die Portugiesen halten sich für eine Feinschmecker-Nation. Mit Recht. Wer allerdings so gar nichts mit Meeresfrüchten im Sinn hat, kommt unter Umständen nicht auf seine Geschmackskosten. Aber da gibt es ja noch die wirklich vorzüglichen Weine.

Nun können genussaffine Berliner und Rand-Berliner selbst testen, ohne nach Portugal zu fahren, wie ihnen Essen und Trinken aus dem Land am Atlantik mundet. Vom 15. bis zum 17. März bei der Veranstaltung „Taste Portugal“ in der Kreuzberger Marheineke Markthalle können sie sich vom Geschmack von Wein und Feinkost überzeugen lassen.

Am Donnerstag und Freitag, jeweils von 11 bis 20 Uhr, sowie am Samstag von 11 bis 18 Uhr kann man am Stand von „Taste Portugal“ bei einer freien Verkostung Spezialitäten wie den legendären Schafskäse aus der Serra da Estrela, handgemachte Würste, feine Olivenöle oder hochwertige Fischkonserven aus kleinen Manufakturen probieren. Dazu passen ausgewählte Rot- und Weißweine aus der Anbauregion Bairrada. Beim zugehörigen Showcooking zaubern portugiesische Köche kleine Gerichte wie portugiesische Fischsuppe oder Filet vom schwarzen Schwein mit Tomaten-Brot-Brei und Muschelsud.

 

Sterne-Koch Vitor Sobral gehört in Portugal zu den Vorreitern einer neuen portugiesischen Küche. Foto: Ingo Paszkowsky
Sterne-Koch Vitor Sobral gehört in Portugal zu den Vorreitern einer neuen portugiesischen Küche. Foto: Ingo Paszkowsky

 

Damit die Besucher der Marheineke Markthalle nicht nur auf eine aromatische, sondern auch auf eine akustische Reise gehen können, sorgen am frühen Abend portugiesische Musiker für den passenden Soundtrack zu Chouriya, Queijo und Vinho.

Was gekostet werden kann

Alle in der Marheineke Markthalle angebotenen Erzeugnisse stammen übrigens nicht aus industrieller, sondern aus traditionell handwerklicher Herstellung.

Fleisch- und Wurstwaren

Die Alheira ist eine Berühmtheit unter Portugals Würsten. Zu Zeiten der Inquisition soll sie vielen Juden im Trás-os-Montes das Leben gerettet haben: Um vorzutäuschen, dass sie wie andere Fleisch aßen, erfanden sie eine Wurst, die mit Brot, Paprika und Knoblauch gefüllt und über dem Kaminfeuer geräuchert wurde. Heute besteht sie hauptsächlich aus Geflügel- und Schweinefleisch, Brot und Knoblauch gehören aber noch immer zur Rezeptur.

Daneben werden verschiedene Varianten der Chourica angeboten – gefüllt mit Schweine- oder Putenfleisch, als Blutwurst oder mit süßer Füllung. Extra fein sind geräucherter Schweinebauch und mild geräucherte Schweinelende.

Käse

Legendär ist auch der Schafskäse aus der Serra da Estrela, dem mittelportugiesischen Sternengebirge. Für die Herstellung des Queijo da Serra wird ausschließlich die Milch heimischer Bordaleira-Schafe verwendet. Eine aus Tuch gefertigte Manschette gibt den Käselaiben Halt, zum Verzehr wird der Deckel entfernt und die fast flüssige, unvergleichlich aromatische Masse mit einem Löffel oder einem Stück Brot gegessen. Ergänzt wird das Käseangebot durch junge und gereifte Ziegen- und Schafskäse aus verschiedenen Regionen.

Fisch

In Portugal erfreut er sich großer Beliebtheit: Fisch, sorgsam verarbeitet und in Konservendosen haltbar gemacht. Die Berliner dürfen sich auf eine fein marinierte Aal-Variante freuen.

Olivenöl

Längst hat sich herumgesprochen, dass sich portugiesische Native Olivenöle extra vor der Konkurrenz aus Italien, Griechenland oder Spanien nicht verstecken müssen. Im Gegenteil, bei internationalen Wettbewerben räumen die meist au den Olivensorten Galega, Cordovil und Cobrancosa kalt gepressten Öle reihenweise Goldmedaillen ab.

Salz & Gewürze

Gourmets lieben Flor de Sal (Salzblüte), die bei großer Hitze mühsam von der Oberfläche kleiner Salinen abgeschöpften Kristalle, die vielen Gerichten ein besonders feines Finish geben. Außerdem stehen geräucherte und mit Rosmarin, Oregano und Thymian aromatisierte Satze sowie Gewürzmischungen für Salate, Fisch- und Grillgerichte bereit.

Weine

Bei Kennern sind portugiesische Weine schon lange auf dem Vormarsch. Der große Reichtum an autochthonen Rebsorten (also an Rebsorten, die es nur in Portugal gibt) sorgt für eine verblüffende Vielfalt – auch, wenn man oft die Namen der Traubensorten kaum aussprechen kann. Bei „Taste Portugal“ kann man einen Teil dieser Vielfalt erschmecken – ausgeschenkt werden süffige Weißweine und kräftige Rote aus den Anbaugebieten Tejo, Beira, Bairrada und Dão.

 

Das Programm „Taste Portugal“ hat zwei wesentliche Ziele. Zum einen sollen durch verschiedene PR- und Medienaktionen – wie die Verkostung im Berliner Marheineke Markt – die Vielfalt und Qualität portugiesischer Gastronomieprodukte außerhalb Portugals bekannt gemacht werden. Das soll auch dazu führen, dass künftig noch mehr Besucher dorthin reisen, wo diese hervorragenden Produkte ihren Ursprung haben: nach Portugal.

Zum anderen aber soll „Taste Portugal“ dazu beitragen, dass sich die im Ausland angesiedelten Restaurants mit portugiesischer Küche zu einem internationalen Netzwerk zusammenschließen. Es gab Zeiten, in denen Portugal als Armenhaus Europas galt und viele Portugiesen ihr Glück in anderen Ländern suchten. Nicht wenige von ihnen eröffneten Restaurants, in denen sie bis heute die kulinarische Tradition ihrer Heimat pflegen.

Im Rahmen dieses Netzwerks wird ein Informationsarchiv rund um die portugiesische Küche geschaffen, eine mehrsprachige Datenbank, in der traditionelle und moderne portugiesische Rezepte erfasst werden und mit der zugleich die weltweite Popularität portugiesischer Spezialitäten gefördert werden soll.

Inhaber von portugiesischen Restaurants können diesem Netzwerk freiwillig und kostenlos beitreten. Mit einer Plakette und einer Urkunde können sie auch ihren Gästen vermitteln, dass sie Mitglied von „Taste Portugal“ sind.

In der Anfangsphase wird dieses Netzwerk 75 Restaurants in Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien und Brasilien umfassen.

„Taste Portugal“ wurde von dem portugiesischen Hotel- und Gaststättenverband AHRESP als Beitrag des EU-Förderprogramms Compete 2020 ins Leben gerufen und wird vom portugiesischen Außenministerium, der portugiesischen Außenhandelsagentur AICEP, dem staatlichen Tourismusverband Turismo de Portugal sowie der portugiesischen Föderation von Fördervereinen für lokale Entwicklung Minha Terra gefördert.

 

Mitgliedsbetriebe des portugiesischen Restaurant-Netzwerks in Deutschland

Octo Berlin, Ackerstr. 1, 10115 Berlin

Bekarei, Dunckerstr. 23, 10437 Berlin

Restaurante Carlos Caravela, Dickhardtstr. 27, 12161 Berlin

Vasco da Gama, Lange Reihe 67, 20099 Hamburg

Adega Nau, Ditmar-Koel-Str. 13, 20459 Hamburg

Restaurante Porto, Ditmar-Koel-Str. 15, 20459 Hamburg

Restaurant Algarve, Ricklinger Str. 83, 30449 Hannover

Alfama, Im Dau 6, 50768 Köln

Vasco da Gama, Liebigstr. 120, 50823 Köln

Casa Portuguesa, Werkstättenstr. 20, 51379 Leverkusen

Restaurante Vinho do Porto, Mainzer Str. 159, 55299 Nackenheim

Casa Algarve, Dornheimer Weg 27, 64293 Darmstadt

Schloss-Restaurant, Schloss 1, 75305 Neuenbürg

Casa do José, Kriegsstr. 92, 76133 Karlsruhe

Lisboa Bar, Breisacher Str. 22, 81667 München

Portugal, Friedenstr. 28, 81671 München

 

Weitere Informationen:

www.tasteportugal.com (in englischer Sprache)

www.ahresp.com

www.twitter.com/TasteAhresp

www.facebook.com/AHRESP

www.facebook.com/tasteportugal.ahresp


www.instagram.com/tasteportugal.ahresp

 

Titelbild / „Taste Portugal“ in der Marheinke Markthalle Berlin.  / Foto: Ingo Paszkowsky


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