Foto: Centro de Portugal

Jüdisches Erbe im Centro de Portugal und neues Hotel

In vielen Orten des Centro ist die jüdische Kultur allgegenwärtig und zum Teil auch sehr lebendig. In Belmonte, in Guarda, in Castelo Branco sowie in vielen kleineren Dörfern wird die jüdische Tradition schon seit dem Mittelalter gepflegt. Dazu zählen nicht nur Gottesdienste, sondern auch Festivals für jüdische Kultur, wie sie in Guarda stattfinden, und sogar koscherer Wein oder koscheres Olivenöl, die bis heute hergestellt werden.

Bereits im 13. Jahrhundert eine jüdische Gemeinde

In Belmonte am Rande der Serra da Estrela wurde bereits im 13. Jahrhundert eine große jüdische Gemeinde gegründet, die dem Ort bald zu erheblichem Wohlstand verhalf. Ab dem Ende des 15. Jahrhunderts sahen sich die örtlichen Juden einer intensiven Verfolgung ausgesetzt. 1917 stieß ein polnischer Ingenieur auf die Gemeinschaft und holte sie aus dem Verborgenen; 1989 wurde die jüdische Gemeinde von Belmonte offiziell wiedergegründet, 1997 schließlich eine neue Synagoge geweiht.

Ein sehr interessantes Jüdisches Museum entführt die Besucher in die Zeit, als die Juden ihren Glauben nur im Untergrund ausüben konnten. Eine schwarze Tafel nennt alle Opfer, die während der Zeit der Verfolgung ihr Leben lassen mussten.

Auch in den mittelalterlichen Gassen von Penamacor unweit der Grenze zu Spanien findet man viele jüdische Symbole. Das Dorf war vor allem 1492, als viele Juden von der katholischen Königin aus Spanien vertrieben wurden, ein beliebter Zufluchtsort.

Foto: Centro de Portugal

Stark vom Leben der Juden geprägt ist auch das Dorf Trancoso westlich von Guarda, wo man im ehemaligen Judenviertel hebräische Worte, Judensterne und Kreuze an den Türpfosten entdecken kann. Das 2012 erbaute Centro de Interpretação da Cultura Judaica ist heute ein wichtiges Kulturzentrum für die jüdischen Mitbürger.

In Guarda selbst schließt sich das alte Judenviertel direkt an den zentralen Platz mit der Kathedrale an. In den engen Gassen der Judiaria mit ihren niedrigen Häusern scheint das Mittelalter noch immer lebendig zu sein.

In Tomar steht ein mittelalterlicher jüdischer Tempel, der eine wechselhafte Geschichte – als Synagoge, als Schule, aber auch als Gefängnis – hinter sich hat. Das Gebäude hat einen fast viereckigen Grundriss. Die Kapitelle sind mit geometrischen und floralen Motiven geschmückt, 12 Konsolen repräsentieren die 12 Stämme Israels. Heute beherbergt die Synagoge das portugiesisch-jüdische Museum Abraão Zacuto, in dem jüdische Grabsteine aus verschiedenen Regionen Portugals, religiöse Gegenstände und alte Münzen gezeigt werden.

Neues Belmonte Sinai Hotel

Mit der Eröffnung des Belmonte Sinai Hotels entstand nun ein neuer Anlaufpunkt für Einheimische und Besucher jüdischen Glaubens. Denn das moderne 4-Sterne-Haus inmitten der Altstadt der 7000-Einwohner-Stadt mit insgesamt 27 Zimmern richtet sich vorwiegend an jüdische Gäste – im Restaurant etwa wird ausschließlich koschere Küche zubereitet und serviert, und natürlich gibt es dazu koscher hergestellte Weine. Die Zimmer (darunter zwei Familiensuiten und ein behindertengerecht ausgestattetes Zimmer) sind großzügig geschnitten und verfügen alle über Schreibtisch, Klimaanlage sowie Safe. Kostenloses WLAN und eine rund um die Uhr besetzte Rezeption gehören zu den weiteren Annehmlichkeiten für die Gäste, die das Jüdische Museum sowie die moderne Synagoge von Belmonte ganz bequem zu Fuß erreichen können.

Weitere Infos unter www.centerofportugal.com

Titelfoto: Centro de Portugal

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.