Alentejo: Immer noch ein Geheimtipp Kaum Touristen, bezaubernde Landschaft und viele Korkeichen

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Bevor der mehr als 1.000 Kilometer lange Fluss Tejo bei Lissabon in den Atlantik fließt, teilt er die iberische Halbinsel in eine Nord- und Südhälfte. Südlich des Tejo bis hin zur Algarve erstreckt sich die Region Alentejo (übersetzt: jenseits des Tejo) über ein Drittel der gesamten Landesfläche. Und dennoch leben im Alentejo gerade einmal rund fünf Prozent der Portugiesen. Lange galt diese Einsamkeit als Makel, aktuell entdecken aber immer mehr Individualreisende die Ruhe und Abgeschiedenheit für sich. Und der Alentejo beherbergt auch einen Exportschlager: In den unendlichen Weiten liegt eines der weltweit größten Anbaugebiete für Korkeichen. Etwa 50 Prozent der Kork-Weltproduktion kommt aus Portugal.

Im Alentejo gibt es gefühlt auf jedem Berg ein Burg. Foto: Ingo Paszkowsky
Im Alentejo gibt es gefühlt auf jedem Berg eine Burg. Foto: Ingo Paszkowsky

Die klimatischen Bedingungen im Alentejo sind perfekt für die Korkeichen: die Bäume lieben die Wärme und benötigen für ihr Wachstum Temperaturen um die 13 bis 17 Grad im Jahresdurchschnitt. Damit bietet die Region nicht nur ideale klimatische Voraussetzungen für die Korkeichen sondern auch als Ganzjahresreiseziel. Zudem benötigen die Korkeichen viel Platz, damit sie ausreichend Sonnenlicht bekommen. Bestände der Korkeiche bedecken in Portugal eine Fläche von 750 000 Hektar, davon befindet sich der Großteil im Alentejo. Die nicht enden wollende Weite der Korkwälder ist perfekt für Wanderer, Biker und Natururlauber.

Typische Landschaft im Alentejo. Foto: Ingo Paszkowsky
Typische Landschaft im Alentejo. Foto: Ingo Paszkowsky

Ecork Hotel in Évora ist komplett mit Kork verkleidet

Was bei einer Tour durch die Korkwälder sofort ins Auge fällt, sind die Zahlen auf den Korkeichen. Die Korkbauern erkennen anhand dieser Ziffern, wie alt die Baumrinde ist. Die erste Ernte ist erst nach 25 Jahren möglich. Danach müssen die Bauern acht bis zehn Jahre bis zur nächsten Ernte warten. Etwa ein Drittel der Rinde wird bei der Ernte in mühsamer Handarbeit abgeschält. Anschließend legen die Bäume sich eine neue Rinde als Schutzhaut zu. In ihrer Gesamtlebenszeit produziert eine Korkeiche 100 bis 200 Kilogramm des nachwachsenden Rohstoffs.

Das Hauptgebäude des umweltfreundlichen Ecork Hotel in Évora ist komplett mit Kork verkleidet. Foto: Ecork Hotel

In der Region gibt es zahlreiche lohnenswerte touristische Ziele, die auf den heimischen Rohstoff setzen. Das Hauptgebäude des umweltfreundlichen Ecork Hotel in Évora ist komplett mit Kork verkleidet. Das Weingut Herdade da Pimenta hat seinen Weinkeller komplett mit Kork ausgestattet und bietet so eine ideale Wärmedämmung. Besucher des Landguts Herdade Barradas da Serra haben die Möglichkeit an der Korkernte teilzunehmen. Bei Herstellern wie Cortiçarte werden verschiedenste Produkte wie Hüte, Schirme, Schmuck, Taschen, Schuhe Teppiche oder Möbel aus Kork hergestellt. Der Phantasie sind dabei fast keine Grenzen gesetzt, denn der Kork zeichnet sich als Allrounder aus. Es gibt sogar Handwaschbecken aus Kork (Lesen Sie dazu den Beitrag auf unserer Partnerseite WeltReisender Magazin). Die kunstvollen Korkprodukte können in kleinen Boutiquen erworben werden.

Fast alles aus Kork. Foto: Deutscher Kork-Verband e.V.

Fünf Gründe für einen Korkfußboden

Für den Fall, dass Sie mit der Anschaffung von Korkfußboden liebäugeln, haben der deutsche und der portugiesische Korkverband, DKV und APCOR, in einer Umfrage fünf positive Gründe ausgemacht:

1. Kork steigert das Wohlbefinden

83 Prozent der Deutschen verbinden Kork laut forsa mit einem angenehmen Laufgefühl. Tatsächlich wirkt das Gasgemisch in den Korkzellen wie ein Polster. Beim Gehen federt das Naturprodukt und entlastet somit die Gelenke.

2. Ruhe und Gemütlichkeit in den eigenen vier Wänden

Die natürliche Elastizität sorgt auch dafür, dass Kork Trittgeräusche reduziert. Vier von fünf Befragten legen bei der Auswahl eines Fußbodens besonderen Wert auf diese Eigenschaft. Außerdem isolieren die Korkzellen Wärme – und zwar unabhängig von der Jahreszeit. So wird Kork zum perfekten Barfußboden und steigert die Energieeffizienz.

3. 100 Prozent Natur – und recycelbar

Einen Fußboden, der nachhaltiger ist als Kork? Gibt es nicht. Dass Kork umweltfreundlich ist, finden 68 Prozent der von forsa Befragten an dem natürlichen Material gut. Der Rohstoff wird aus der nachwachsenden Rinde der Korkeiche gewonnen. Um die Bäume zu schonen, wird nur alle neun Jahre „abgerindet“. Gefällt werden muss kein einziger von ihnen.

4. Wohlgefühl in jedem Zimmer

Was noch für Kork spricht: Der Naturstoff stößt Wasser ab, lässt Schimmelpilzen keine Chance und eignet sich auch für Küche und Bad. Zudem ist der Naturbodenbelag extrem widerstandsfähig. 43 Prozent der Befragten schätzen die Robustheit des Korks.

5. Pflegeleicht und gut zu Allergikern

Kork ist nicht nur langlebig, sondern auch pflegeleicht. Besonders Allergiker profitieren von seiner antistatischen Oberfläche. Staub lässt sich einfach mit einem Sauger entfernen, Schmutz kann problemlos weggewischt werden. So wird Korkboden zur idealen Lösung für Familien, mit oder ohne Haustier.

Das sind Ergebnisse der repräsentativen Umfrage „Meinungen zu Kork und Korkböden“ des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag des DKV und APCOR. Im Juni 2017 wurden in Deutschland 1.030 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt, darunter 1.014 Personen, die im eigenen Haushalt leben.

Weitere Informationen zur Region:

https://www.visitalentejo.pt/de/

https://www.visitportugal.com/de/destinos/alentejo

 

Weitere Informationen zum Thema Korkböden:

schoener-leben-mit-kork.de


Quellen: ARPTA – Alentejo Tourismus, Deutscher Kork-Verband

Titelfoto / Überall trifft man auf Störche im Alentejo. / Foto: Ingo Paszkowsky


Weitere Reiseanregungen für das Alentejo


Das ist der Ort Cuba im Alentejo. Foto: Ingo Paszkowsky
Das ist der Ort Cuba im Alentejo. Foto: Ingo Paszkowsky